ADFC-Qualitätsradrouten
Ausgezeichnet unterwegs
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ADFC-Qualitätsradrouten – welche Idee steckt dahinter?
Der Trend zum Radurlaub hält an: Mehr als 21 Millionen deutsche Urlauber nutzten während des Urlaubs 2007 das Fahrrad. Dabei haben sie die Qual der Wahl: Über 200 Radfernwege existieren in Deutschland. Wohin soll die Reise also gehen? Was Radfahrer vor Ort erwarten können, wie die Routen aussehen und wo der Service stimmt bewertet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club mit seinem Gütesiegel „ADFC-Qualitätsradroute". Mit der neuen Auszeichnung setzt der ADFC erstmals deutschlandweite Standards für Radfernwege. Profitieren werden davon:
- Radfahrer, die für ihre Reiseplanung eine unabhängige Entscheidungshilfe bekommen
- Veranstalter und Tourismusregionen, die das Qualitätszeichen als Wettbewerbsvorteil in der nationalen und internationalen Vermarktung nutzen können
- Länder und Kommunen, die die Infrastruktur für den Radtourismus optimieren wollen und dafür messbare Leitlinien suchen
Auf „normierten Tagesetappen" von jeweils 50 Kilometern Länge untersucht der ADFC alle Merkmale und gewichtet gute oder schlechte Streckenteile, wobei die Bewertung allein aus Sicht der Radtouristen erfolgt. Bewerben können sich Routen, die gut ausgeschildert sind, sich professionell vermarkten und mindestens 100 Kilometer lang sind.
ADFC-Qualitätsradrouten
5 Sterne
- Main-Radweg (Bayern/Hessen)
- Liebliches Taubertal – Der Klassiker (Baden-Württemberg)
4 Sterne
- 100 Schlösser Route (NRW)
- EmsRadweg (NRW/Niedersachsen)
- Fürst-Pückler-Weg (Brandenburg)
- Lahntalradweg (NRW/Hessen/Rheinland-Pfalz)
- Oderbruchbahnradweg (Brandenburg)
- RuhrtalRadweg (NRW)
- Oder-Spree-Tour (Brandenburg)
- Saar-Radweg (Saarland/Rheinland-Pfalz)
- Vom Main zur Rhön (Bayern)
3 Sterne
- Radweg Berlin – Kopenhagen (Berlin/Brandenburg/MV)
- Bischofstour (Brandenburg)
- DahmeRadweg (Brandenburg)
- Kohle-Wind & Wasser-Tour (Brandenburg)
- Oder-Neiße-Radweg (Sachsen/Brandenburg/MV)
- Spree-Radweg (Sachsen/Brandenburg/Berlin)

Zehn Kriterien für die ADFC-Qualitätsradroute
Das Gütesiegel steht für Qualität. Entwickelt und in der Praxis getestet hat es der ADFC-Fachausschuss Tourismus. Die Radreiseprofis fütterten ihre Rechner auf Teststrecken in Brandenburg, Hessen und sogar auf Exkursionen in Belgien. Zehn Kriterien fließen nun in die Bewertung ein. Am Ende schmücken einer, zwei, drei, vier oder fünf Sterne den Radweg.
- Eindeutiger Name
- „Nationaler Rang": Bekanntheit, Pauschalangebote, Länge
- Befahrbarkeit: Breite, Umlaufschranken, Poller, Stufen, Treppen, Gefahrenstellen
- Oberfläche: Material, Schiebestrecken, Querrillen, große Löcher
- Wegweisung: Art der Wegweisung, falsche Richtung, fehlende Schilder, schlecht lesbare Schrift, Widerspruch zur StVO
- Routenführung: Lärmbelastung, Geruchsbelästigung, Staubbelästigung, Umwege, Thema verfehlt, Höhenmeter, monotone Führung
- Kfz-Verkehrsbelastung: autofrei, Klassen nach Kfz-Belastungen, ungesicherte Querungen
- Touristische Infrastruktur: Unterkunftsstruktur, Campingplätze, Gastronomie, Bett & Bike-Betriebe, Tourist-Info (ATIS/I-Marke), Infotafeln, Abstellanlagen, Fahrradbox/Radstation, Spielplätze, Schutzhütten, Rastplätze
- Anbindung der Route an öffentliche Verkehrsmittel: Häufigkeit des Bahn-Fernverkehrs mit Fahrradmitnahme, Häufigkeit des ÖVs mit Fahrradmitnahme, Fahrradbus
- Marketing: vorhandenes Karten- und Informationsmaterial, in Abhängigkeit von Maßstab und Aktualität, Internetpräsenz
Fünf Schritte zur ADFC-Qualitätsradroute
Es sind vielleicht nur fünf Schritte, bis Sie der ADFC in den Kreis der zertifizierten Radwege aufnimmt:
- Der Betreiber eines Radfernwegs bekundet sein Interesse beim ADFC-Bundesverband.
- Der ADFC unterbreitet ein Angebot zur Qualitätsbewertung durch eigenes, geschultes Personal. Die Kosten richten sich nach der Länge der zu überprüfenden Strecke, auf Flussrouten müssen beide Ufer überprüft werden, wenn dort jeweils ein Radweg vorhanden ist. Die Strecke wird als Track für die GPS-Nutzung erfasst.
- Die ADFC-Mitarbeiter erheben die erforderlichen Daten und nehmen eine erste Bewertung vor.
- Der Routenbetreiber beantragt – je nach Ergebnis – das Zertifikat „ADFC-Qualitätsradroute".
- Anhand der erreichten Gesamtpunktzahl erhält der Radfernweg für drei Jahre die Bezeichnung 1-/2-/3-/4- oder 5-Sterne ADFC Qualitätsradroute.





Dr. Wolfgang Richter 




